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Moosner Tennisstern Luzia Obermeier im Portrait

November 27, 2018

Seit einigen Monaten ist Luzia Obermeier aus Moosen 16 Jahre und eines der vielversprechendsten Tennistalente in Bayern.

 

 

Ein Raunen geht durch das Publikum an der Moosener Tennisanlage, wenn Luzia Obermaier ihre persönlichen Tenniseinheiten abhält. Ihre Trainingspartner sind häufig Vater Robert, der sehr viele Jahre als Mannschaftsspieler aktiv war, aber auch der drei Jahre ältere Bruder Jonas vom TC Dorfen. Vor einiger Zeit war auch Alia Lex aus Zwiesel mit Luzia am Trainingsplatz. Alia ist momentan die Nummer 2 in Bayern und Luzia wird als Nummer 6 geführt. Es war dann doch sehr beeindruckend wie die beiden jungen Damen die Tennisbälle mit rasantem Tempo beschleunigten und sich diese um die Ohren schlugen. Doch diese Leistungen sind selbstverständlich nur erreichbar, wenn man einen großen Zeitaufwand für dieses Hobby aufbringt. Luzia ist 2002 geboren und begann ihre junge Karriere im Mai 2009 beim TC Taufkirchen in der Kleinfeldmannschaft. Relativ bald wird klar, dass sie mit einem besonderen Talent gesegnet ist. Als sie 10 Jahre ist, spielt sie abwechselnd in 3 Mannschaften und zeigt auch in der Knabenmannschaft den Jungs wo der Hammer hängt.


Im Jahr 2013 spielt sie gemeinsam mit Bruder Jonas in der Knaben-Bezirksliga und erreicht dabei eine ausgeglichene Bilanz. Danach wechselt sie zum SV Haimhausen und spielt abwechselnd in der Mädchen- und Juniorinnen Bezirksliga S und verliert dabei saisonübergreifend nur ein Einzel.
Im Jahr 2015 ist sie als Juniorinnenspielerin beim TC Erding aktiv und verstärkt das Damenteam des VfL Waldkraiburg. Ihre Ergebnisse sind dabei immer beeindruckender.

Ein Jahr später spielt sie auch bei den Erdinger Damen und spielt in der höchsten Liga der Juniorinnen. Sie ist mittlerweile im BTV-Team und trainiert in Oberhaching.
2017 ist das Damenteam des TC Erding in der Landesliga und Luzia spielt auf Platz 2 hinter der Österreicherin Patricia Haas. Am Ende erreicht sie hier im zartem Alter von 14 ½ eine positive Bilanz.
Heuer wechselte Luzia zum renommierten Münchner Tennisverein GW Luitpoldpark. Dort spielt sie in der Zweiten Mannschaft im Regionalligateam als Mannschaftskollegin der ehemaligen Erdinger Spielerin Verena Gantschnig.
Beim Spiel in Großhesselohe darf sie sogar ein Spiel in der 2. Bundesliga zusammen mit der erfolgreichen Taufkirchner Spielerin Julia Thiem bestreiten.
Besonders viel Spaß aber macht ihr auch ihr Engagement in Österreich beim UTC Fischer Ried. Dort spielte sie 2017 in der 2. Bundesliga und nach dem Aufstieg konnte sie heuer in der Bundesliga aufschlagen. Zusammen mit Alia Lex aus Zwiesel spielt sie dabei eine hervorragende Saison und gewann zwei der vier Einzel.


In nackten Zahlen ausgedrückt ist Luzia Obermeier die Nummer 196 der Deutschen Damenrangliste und das mit gerade 16 Jahren. Doch hinter dieser Leistung steht natürlich ein riesiger Aufwand den man als Außenstehender leicht unterschätzen kann. Wenn ihre Freundinnen zu Hause ihre Freizeit verbrachten und die Nachmittage mit anderen Freundinnen bestritten, bereitete Luzia sich vor. Training in Oberhaching mit langer Anfahrt, Turniere an den Wochenenden und in den Ferien und wenn sie mal daheim ist werden die Griffbänder gewechselt und die Schläger besaitet. Sie führt ein Leben für den Tennissport, lässt dabei aber die Schule nicht schleifen. Das war ihren Eltern Irmi und Robert immer sehr wichtig. Eine Karriere als Profi, wie sie von vielen Spielerinnen und Eltern angestrebt wird, ist bei den Obermeiers nie ein Thema gewesen.


Wenn man sich mit Luzia unterhält, trifft man auf eine sehr sympathische und offene junge Dame, die mit beiden Beinen im Leben steht und unglaublich sachlich argumentiert. Im Gespräch zeigt sie eine große Selbstreflexion und beschreibt ihre Stärken und Schwächen sehr genau. Der Rückhandcross ist ihre große Stärke und Luzia ist sehr athletisch, schnell und ausdauernd.


Jetzt ab diesem Herbst ändert sich für sie allerdings Grundlegendes. Sie war einige Jahre Teil des Talentpools des Bayrischen Tennis Verbandes, der sie auch finanziell unterstützt hat. Im letzten Winter war sie jedoch länger verletzt und konnte keine Turniere spielen. Das hatte dazu geführt, dass sie Ranglistenpunkte einbüßte und von einigen Spielerinnen überholt wurde. Das System der Sportförderung ist dabei gnadenlos und orientiert sich ausschließlich an den Ranglistenpositionen und Luzia wurde somit aus dem Kader gestrichen. Luzia will jedoch weiterhin optimal Tennis spielen und sucht sich in Zukunft neue Möglichkeiten. Der Tenniszirkus fordert der vierköpfigen Familie finanziell einiges ab. Turnierreisen, Tennisequipment und Training gehen ziemlich ins Geld und ein weiteres Training in Oberhaching ist so nicht möglich. Außerdem besucht Luzia mittlerweile die Fachhochschule in Erding und die weiten Wege in den Trainingsstützpunkt sind dann einfach nicht mehr zu realisieren. Sie wird nun 2-mal wöchentlich in Erding trainieren und auch das Mannschaftstraining beim TC GW Luitpoldpark absolvieren.


Über ihre Zeit während der Förderung des Tennisverbandes verliert sie kein schlechtes Wort. Allerdings ist das Personal doch sehr ausgedünnt und individuelles Training kaum möglich gewesen. Außerdem sind heranwachsende Jugendliche sehr verletzungsanfällig während der Wachstumsphasen und langwierige Verletzungspausen werfen gerade junge Spielerinnen weit zurück.
Doch der Tennissport liegt ihr absolut am Herzen. Erfolge wie beim Damenturnier in Zell am Harmersbach gegen die Nummer 60 der Deutschen Damenrangliste sind genauso Highlights, wie der Erfolg bei den Oberbarischen Meisterschaften der U-16. Und die Lust am Spiel ist bei Luzia immer zu spüren. Man kann sofort erkennen, dass es sich bei ihr um kein Mädchen handelt, dass zum Tennisspielen gezwungen wird, um Erfolge zu feiern. Umso schwieriger ist für die Phase der Verletzungen, bei denen man deutlich öfter beim Physio als auf dem Platz zu finden ist.


Die Zukunftsaussichten sieht Luzia und ihre Familie ganz entspannt. Nach dem angestrebten Abitur kann sie sich gut vorstellen in den USA mit Hilfe eines Tennis- Stipendiums an einem College zu studieren oder auch Teilnahmen an internationalen Turnieren sind denkbar. Mutter Irmi Obermaier betont, dass die Familie sie immer unterstützen wird, egal welchen Weg sie einschlagen wird.


Es ist der sympathischen Moosenerin zu wünschen, dass sie ihre Zukunftspläne weiter realisieren kann. Und die Tennisspieler des SC Moosen freuen sich, wenn sie weiterhin häufig an der Tennisanlage aufkreuzt und ihr Können zeigen kann.

 

 

 

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