• Manfred Slawny

Nachruf Karl Liebl


Der SC Moosen hat Abschied genommen von seinem langjährigen Vorsitzenden und Ehrenvorsitzenden Karl Liebl.


Als die Nachricht vom Tod von Karl Liebl am 4. Juni bekannt wurde, standen wir alle unter Schock, denn Karl wurde wahrhaft aus dem Leben gerissen. Wir hatten uns in den letzten Wochen mehrmals getroffen und trotz seines angegriffenen Gesundheitszustandes wirkte er nicht nur auf mich sehr stabil und aufgeräumt. Nur wenige Tage vor seinem Tod nahm er gemeinsam mit den Mitgliederns des Bauausschusses an einem kurzen Ortstermin teil, weil er immer großes Interesse hatte, was am Dorfplatz oder überhaupt in Moosen geplant war. Er war wie immer und ich sehe ihn noch so vor mir und niemand wäre auf die Idee gekommen, dass wir ihn zum letzten Male treffen würden.



Der SC Moosen hat ihm unendlich viel zu verdanken und es ist keine Floskel,

wenn man behauptet, dass er den Verein nicht nur lange geführt hat, sondern diesen Verein auf seine Weise entscheidend geprägt hat. Karl ist ein Jahr vor der Vereinsgründung am 28.8.1948 auf die Welt

gekommen und ist dem SC Moosen am 1. Januar 1964 im Alter von 15 Jahren beigetreten. Der SC Moosen war zu dieser Zeit ein reiner Fußballverein und auch der junge Karl hatte sich dem Fußball verschrieben. Er spielte nach der Jugend selbstverständlich auch in der Herrenmannschaft. In jungen Jahren

übernahm er bereits Verantwortung und übte das inoffizielle Amt des Fußballabteilungsleiters aus. Für seine Verdienste erhielt Karl im Jahre 1974 die Silberne und 1979 die Goldene Ehrennadel des Vereins.

Im Jahr 1979 gab es einen großen Wechsel in der Führung des SC Moosen. Der langjährige Vereinsvorsitzender Herbert Patra, sein Stellvertreter Lorenz Huber und das heuer verstorbene Gründungsmitglied Adolf Lanzinger gaben ihre Ämter ab und Gerhard Hinterwimmer wurde neuer Vorsitzender. Sein Stellvertreter wurde der erst 31-jährige Karl Liebl und die Kasse übernahm sein Bruder Gerhard. Als dann 1986 Gerhard Hinterwimmer aus gesundheitlichen Gründen sein Amt zur Verfügung stellte war der logische Nachfolger der Karl. Sein Stellvertreter wurde Sepp Maierthaler. Mit 38 Jahren war er zwar ein sehr junger Vorsitzender aber die Vereinsmitglieder hatten bereits großes Vertrauen in den fleißigen und emsigen Moosener, der großes

Organisationsgeschick bewiesen hat. Er hat in dieser Zeit den Verein nach seinen Vorstellungen geprägt und zu einem modernen mitgliederstarken Verein gestaltet. Er war dabei der große Kümmerer, bei dem alles zusammengelaufen ist. Anlässlich des 40-jährigen Jubiläums erhielt Karl 1989 die silberne

Verdienstnadel mit Kranz. Ohnehin bekam er auch von Sportverbänden sehr viele Ehrungen.


Mit nackten Jahreszahlen und der Aufzählung der einzelnen Ehrungen kann man die Lebensleistung von Karl gar nicht gerecht werden. Er hat sein Leben nach dem Ehrenamt ausgerichtet. Sein SC Moosen war dabei eines der wichtigsten Antriebsfedern, aber auch die Entwicklung von Moosen insgesamt lag ihm am

Herzen und als Gemeinderat hat er sich unermüdlich dafür eingesetzt. Unvergessen auch sein Einsatz bei der Dorferneuerung. Als Vorstand des SC Moosen hatte er vieles positives in sich vereint. Neben seinem Organisationstalent war er Gestalter, er war einer, der die Leute überzeugen konnte, sich beim Verein mit zu engagieren. Er hatte ein unglaublich großes Wissen über alles was für einen Verein wichtig war. Er hatte auch immer die Leidenschaft sich für seine Überzeugungen einzusetzen, auch wenn es dabei Gegenwind gegeben hat. Dabei hatte er ein großartiges Verhandlungsgeschick. Vor allem in Zweiergesprächen konnte er dabei sehr gut überzeugen. Vor allem aber konnte er es immer gut mit den Taufkirchner Bürgermeistern Konrad Maier und Franz Hofstetter. Ich habe damals auf einer Weihnachtsfeier als Nikolaus gesagt, dass es dem Karl ohnehin egal war, wer unter ihm Bürgermeister in Taufkirchen war.



Dieses große Engagement war natürlich auch nur möglich, weil ihm seine Frau Maria immer den Rücken freigehalten hat, obwohl sie sicher oft auf ihn verzichten musste. Hinter jedem starken Mann steht immer eine starke Frau. Unter seiner Führung wurden 1997 die Stockschützabteilung und 2004 die

Aerobic-Abteilung gegründet und damit der Verein weiter als moderner Sportverein ausgebaut.

Im Jahre 2004 hatte sich sein Gesundheitszustand deutlich verschlechtert, so dass er bei den Vorstandswahlen nicht mehr antrat und Erwin Denk sein Nachfolger wurde. Er hinterließ nach 18 Jahren einen intakten Verein mit

einer tollen Sportanlage und vielen Mitgliedern. 2005 wurde Karl dann völlig folgerichtig Ehrenvorstand des SC Moosen. Als Ehrenvorstand war er quasi Elder Statesman und er war sehr gefragt als Ansprechpartner und Ratgeber. Ich habe mich sehr gefreut, dass er regelmäßig bei den Gremiumssitzungen des Vereins teilgenommen hatte, er hatte sich auch immer förmlich entschuldigt, wenn er nicht teilnehmen konnte. Mit seinem

unermesslichen Erfahrungsschatz stand er immer an unserer Seite und selbstverständlich blieb sein Interesse am Verein bis zum Schluss ungebrochen. Vor allem aber der Fußball lag ihm am Herzen und meist an einem

ruhigeren Platz verfolgte er die Spiele der Moosener Mannschaften.



Allerdings war sein schlechter Gesundheitszustand ein ewiger Begleiter seines Lebens. Sein Herz und seine Blutgefäße waren seine Sorgenkinder und er ist nach eigenen Aussagen dem Tod manchmal von der Schippe gesprungen. Dabei lebte er seit dieser Zeit mit eiserner Disziplin. Keine Zigaretten, kein Tropfen Alkohol und viel Bewegung. Er war fast täglich mit dem Rad unterwegs und kämpfte mit allen Mittlen für seine Gesundheit. Ich habe seinen Kampfgeist sehr bewundert und seine Konsequenz und Hartnäckigkeit. Er hat auch bis zum Schluss unglaublich gut ausgesehen. Immer gut gebräunt, mit einer gesunden Gesichtsfarbe und einer guten Figur. Wenn man ihn gesehen hat, wäre man nicht auf die Idee gekommen, dass er gesundheitlich so

angeschlagen war. In den letzten Wochen sind wir uns häufig begegnet. Bei der Kindergarteneinweihung, bei der Stockschützenfeier und am Dorfplatz beim Ortstermin. Der Dorfplatz mit dem Spielplatz als Lunge des Dorfes war ihm ein sehr großes Anliegen.



Er wird uns natürlich nicht nur als Ratgeber fehlen, sondern vor allem als Mensch. Er war ein freundlicher, herzlicher und sehr offener Mensch. Aus seinem Gesicht konnte man immer gut lesen. War er verärgert hat man ihn das genauso angesehen, wie wenn er glücklich und zufrieden gelächelt hat. Wenn er mit etwas zufrieden war, hatte er einen verschmitzten Gesichtsausdruck. Unsere große Anteilnahme gilt seiner Frau Maria, seinen Kindern Robert und Daniela und seiner ganzen Familie. Wir verabschieden uns von einer großen Persönlichkeit, wir verneigen uns vor seiner Lebensleistung und werden ihm immer ein ehrendes Andenken bewahren.



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